Zuchtwesen...

Was bedeutet Zucht für den Imker

Jeder Imker muß an den Fortbestand der Leistungskraft seiner Bienenvölker denken. Dieser hängt fast ausschließlich von deren Königin ab. Sie allein bestimmt mit ihrem in den Eiern und im Samenvorrat gegebenen Erbgut die Leistungsfähigkeit eines Volkes. Aber wie leicht kann sie verloren gehen: beim Hochzeitsflug, beim Schwärmen und bei der Arbeit am Volke! Wie bald kann sie außerstande sein, befruchtete Eier zu legen! Nicht immer gelingt es den Bienen, Ersatz zu schaffen, und ohne unsere Hilfe müßten solche Völker zugrunde gehen. Oft werden sie auch infolge Weisellosigkeit so schwach, daß sie für die nächste Tracht nichts mehr taugen. Solchen Verlusten kann man durch Königinnenerneuerung vorbeugen, und mit Hilfe von Reserveköniginnen lassen sie sich jederzeit wieder ausgleichen. Vor allem aber muß man Königinnen der leistungsschwächeren Völker immer wieder durch Junge ersetzen. Das wird schon nach ihrem ersten, spätestens nach ihrem zweiten Lebensjahr erforderlich.
Wer den Ertragsvölkern die Nachzucht ihrer Königinnen selbst überläßt, arbeitet extensiv. Das mag in der Schwarmbienenzucht vorteilhaft sein, bedeutet aber sonst Zeitverlust, erhöhte Unsicherheit, schwächere Völker und somit geringere Erträge.

Bessere Rentabilität kann man durch Zucht erreichen

Vermehrung und Züchtung hochwertigen Bienenmaterials bedeutet, das eine Imkerei sich rentabler gestalten läßt. Wer das nicht beachtet, begibt sich einer wichtigen, ja vielleicht entscheidenden Möglichkeit der Ertrags- und Gewinnsteigerung. In Fachkreisen besteht heute kein Zweifel mehr darüber, daß eine auf Leistung gezüchtete Biene ertragreicher ist, als der Durchschnitt der gewöhnlichen Landrasse. Selbst belanglos erscheinende Eigenschaften wie Sanftmut und ruhiger Sitz spielen eine nicht zu unterschätzende wirtschaftliche Rolle. Solche Bienen sind schneller zu behandeln, und auf geringe Arbeitszeit kommt es beim Bearbeiten mehreren Völker an.

Von welch großer Bedeutung sind aber Eigenschaften wie Schwarmträgheit, Putzverhalten, Brutfreudigkeit, geringe Schwarmlust und das Vermögen, auch in trachtloser Zeit durchzubrüten. Ebenso dazu, führt auch der Putztrieb in der heutigen Zeit. (ausräumen beschädigter Zellen durch die Varroa-Milben) Infolgedessen begünstigt dies, die Wirtschaftlichkeit der Bienenhaltung erheblich.
Selbst in Gegenden, die weniger Ertragreich sind , läßt durch sorgfältige Zuchtarbeit ertragssteigernd sich gestalten.
Gerade größere Imkereien sind wegen Ihrer besseren Auslesemöglichkeit zur Zuchtarbeit berufen. Aber nicht jeder Imker vermag diese Arbeit zu leisten. Vielen fehlt das Interesse und das Geschick dazu. Andere haben vielleicht keine Gelegenheit zur Einrichtung oder Beschickung einer Belegstelle usw. Alle können aber schon sehr viel erreichen, wenn sie sich nur mit der Vermehrung guten Materials der Züchter befassen. Sie brauchen von Zeit zu Zeit ein gutes Zuchtvolk zu erwerben und Königinnen davon nachzuziehen.
Nicht zuletzt ist der Kauf begatteter Königinnen guter Abstammung eine ebenso lohnende Sache. Für Kleinimker wird es stets sehr schwer sein , selbst eine gute Biene zu züchten oder auch nur rein zu erhalten. Es soll ihnen die Möglichkeit in unserem Verband geboten werden, unbegattete Königinnen preiswert zu kaufen oder an Umlarv-Veranstaltungen teilzunehmen.
Welche Rasse?

Verbreitet in unserem Verbandsgebiet ist hauptsächlich wie im ganzen Land die (Apis mellifica carnica) Carnica Biene.
Hier finden wir die Stämme WRISNIG, (Troiseck), PESCHETZ und SKLENAR.

Apis mellifica mellificaFerner findet man bei uns in geringem Maß die Deutsche Biene () und die Buckfast. Da ich selbst Carnica-Züchter bin, möchte ich auf diese eingehen.
Als wesentlichstes Merkmal der Carnica erscheint ihre sprunghafte Entwicklung. Sie überwintert in geringerer Volksstärke, die Zehrung ist dementsprechend gering.
Im Frühjahr kommt es zu einer sehr raschen Entwicklung, die Bienenmasse nimmt zu und die Beuten füllen sich. Sie ist eine ideale Frühtrachtbiene. Ihren Fleiß hat die Carnica bei vielen Leistungsprüfungen in aller Welt unter Beweis gestellt. Bei der Behandlung dieser Biene fällt ihre ausgeprägte Sanftmut und der ruhige Wabensitz wohltuend auf. Obwohl bei der Apis Cerana das milbenbedingte Körperputzverhalten zuerst beobachtet wurde hat hier die Carnica (dank HDLGN Kirchhain) auch schon sehenswerte Ergebnisse.

Gegen Importe
Die Euphorie Bienenmaterial aus fernen Länder zu besorgen, ist Gott sei Dank wieder zurückgegangen. Je größer die Entfernung war, je unbekannter die Herkunft, desto sagenhafter und aussichtsreicher war die Hoffnung, die man in diese risikoreiche überteuerte Anschaffungen setzte. Ganz sicher führten diese auch neue Probleme mit sich.

 Merke!

  • Bienen und Königinnenkauf nur mit Gesundheitszeugnis
  • unbedingt auf Herkunft achten (Rasse Eigenschaft des Zuchtbetriebs)
  • Abstammungsnachweis verlangen
  • Leistungsdaten erfragen.

Siegfried Heuzeroth

Neues rund um den Imkerverband

Einladung zur Frühjahrstagung der Züchter

Tagungsort: DLR Montabaur, Bahnhofstraße 32 Termin:  Samstag, den 08. April 2017 um 14:00 Uhr  mehr ›


Zuchtbetriebe im Imkerverband Nassau

Zuchtbetriebe mit eigener Leistungsprüfung und Zuchtbuchführung in 2016  mehr ›


Vertreterversammlung am 26.03.2017

Einladung zur ordentlichen Vertreterversammlungdes Imkerverbandes Nassau e.V.  mehr ›